Nikolai Gogol (1809 bis 1852)
„...in einem fremden Land ...“
Der russische Schriftsteller begibt sich 1836 auf eine große Auslandsreise, die ihn erst 1841 in seine Heimat zurückkehren läßt. In einem Dampfer gelangt er 1836 nach Lübeck. In einem Brief berichtet er seinen Schwestern von seinen Eindrücken.
Wir fuhren, fuhren, und endlich, nach einer Woche, legten wir an einem Ufer an, wo uns alles, was wir erblickten, neu war: Die Stadt ist nicht so gebaut wie unsere Städte, die Menschen sprechen ganz und gar nicht russisch, kurzum, wir waren in einem fremden Land. Schmale Straßen gibt es da, manche sind so schmal, daß man die Hand aus dem Fenster strecken und die Hand dessen, der gegenüber wohnt, drücken kann. Die Häuschen haben eine kleine Grundfläche, sind dafür aber ungewöhnlich hoch, es gibt welche mit fünf und sechs Obergeschossen. In Lübeck aß ich zu Mittag, dann reiste ich weiter nach Hamburg.