Eduard Beurmann (1804 bis 1883)
„...halb gothisch-düster, halb modern-freundlich ...“
1836 erscheint in Hanau ein Reiseband „Skizzen aus den Hansestädten“, in dem Eduard Beurmann seine Lübeckeindrücke schildert.
Aus weiter Ferne erblickt man bereits die hohen Thurmspitzen Lübecks. Die Domkirche, die Marienkirche, die Jacobikirche winken einem den Bewillkommensgruß zu, bald dicht an einander gedrängt, bald in weiter Reihe sich den Blicken darbietend, je nachdem man einen verschiedenen Standpunkt einnimmt. Lübeck hat keine Vorstädte; es liegt in Garten-Anlagen versteckt, und ob man das Mühlenthor, das Burgthor, das Holsteinthor betritt, es ist nur ein Schritt aus dem Grün der Umgebungen in die alten unregelmäßigen Straßen, die halb gothisch-düster, halb modern-freundlich dastehen. Lübeck liegt auf einem Hügel, der sich östlich zur Wakenitz, westlich zur Trave hinabsenkt, und seine Umgebung ist eben, ohne flach zu seyn. Hügel, mit Wiesengrün bekleidet, mit Forst und Wald gekrönt, bieten das bunte Mancherlei der Natur...