Johann Sebastian Bach

(1685 - 1750)

Komponist

Dietrich Buxtehude

(um 1637 - 1707)

Komponist und Orgelvirtuose

„Wird der Organist … Bach vernommen, wo er unlängst so lange geweßen …? Ille: Er sey zu Lübeck geweßen umb daselbst ein und anderes seiner Kunst zu begreiffen“. - Etwas über zwei Jahre versah der junge Johann Sebastian Bach seinen Organistendienst in Arnstadt und erdreistete sich mit dieser fadenscheinigen Begründung eine zwölfwöchige Urlaubsüberschreitung. Der Grund seines Fernbleibens war ein Besuch bei dem wohl angesehensten Komponisten des Ostseeraumes: Dietrich Buxtehude.

Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach ist am 21. März 1685 als Sohn des Stadtpfeifers Johann Ambrosius Bach in Eisenach geboren. Als er 9 Jahre alt war, starb seine Mutter, ein Jahr später auch sein Vater. Sein 16 Jahre älterer Bruder Johann Christoph übernahm seine weitere Erziehung. Von ihm lernte Bach das Orgelspiel und das Komponieren.

1703 wurde er aufgrund seines guten Orgelspiels Organist in Arnstadt.

1705/06 hielt er sich 4 Monate in Lübeck auf, um den damals schon bekannten Buxtehude auf der Orgel in der Marienkirche zu hören.

1707 wechselte er nach Mühlhausen ( Thüringen ), wo er seine Cousine Maria Barbara Bach heiratete. Hier schrieb er auch seine ersten Kantaten. Nur ein Jahr später bekam er eine Stelle als Hoforganist, später als Konzertmeister, am Hofe des Herzogs Wilhelm Ernst in Weimar. Seine Kündigung brachte ihm 1717 vier Wochen Haft ein.

Von 1717 bis 1723 war er Kapellmeister am Hof von Fürst Leopold von Anhalt Köthen.

1720 starb seine Frau. Ein Jahr später heiratete er erneut, und zwar die Sängerin Anna Magdalena Wülken. Von 1723 an war er bis zu seinem Tode Thomaskantor in Leipzig, wo er nicht nur zu musikalischen Aufgaben verpflichtet war, sondern auch auf dem angegliederten Internat als Lateinlehrer lehrte. In seinen letzten Lebensjahren erblindete Bach vollständig.

1749 unterzog er sich einer Operation an beiden Augen. Er starb am 28. Juli 1750 in Leipzig.

Bach hatte 17 Kinder, von denen 7 schon vor ihm starben. Vier von Bachs Söhnen wurden ebenfalls Komponisten, die als solche zu Lebzeiten teilweise den Ruhm ihres Vaters überstrahlten:

Zeit seines Lebens war Bach mit Leidenschaft als Instrumental- und Kompositionslehrer tätig. Die Schüler lebten, oft über lange Zeit, im Haushalt der Familie und nahmen später wichtige Kapellmeister- und Kantorenposten ein. Sie waren es, die Bachs Namen und musikalischen Nachlass auch in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts lebendig hielten.

Bach war bereits zu Lebzeiten ein Orgel- und Cembalovirtuose von europäischer Berühmtheit. Er war ebenfalls ein Meister der Improvisation. Am Hofe von König Friedrich II von Preußen improvisierte er zunächst eine dreistimmige Fuge nach einem vorgegebenen Thema, anschließend eine sechsstimmige Fuge nach einem selbstgewählten musikalischen Thema. Bis auf Opern schrieb Bach Werke in allen musikalischen Gattungen.

Insgesamt schrieb Bach fünf Passionen. Die Johannes- und Matthäuspassion sind die einzigen erhaltenen authentischen Passionen von Bach. Es ist anzunehmen, dass unter den drei anderen verschollenen Passionen die Lukaspassion und die Markuspassion waren.

Seine Werke wurden von Wolfgang Schmieder im Bach-Werke-Verzeichnis katalogisiert.

In allen Gattungen setzte er neue Maßstäbe sowohl durch die souveräne Beherrschung der musikalischen Technik wie durch die Tiefe der geistigen Durchdringung.

Dietrich Buxtehude

Dietrich Buxtehude

Dietrich Buxtehude

Es wird angenommen, daß Dietrich Buxtehude im Jahre 1637 im holsteinischen Oldesloe das Licht der Welt erblickte.

Die frühen Jahre seines Lebens könnte er in Helsingør in Dänemark verbracht haben. Es ist nachgewiesen, daß sein deutscher Vater dort mit einer Dänin verheiratet war. Ob es sich dabei um Dietrichs Mutter gehandelt hat oder ob sein Vater eine weitere Ehe eingegangen ist, ist nicht bekannt.

1657 / 1658 bekleidet er das Organistenamt an der Marienkirche im damals noch dänischen Helsingborg (heute zu Schweden gehörig).

Buxtehudeorgel an der Lübecker Marienkirche

Buxtehudeorgel an der
Lübecker Marienkirche

1668 kam Buxtehude als Organist an die Marienkirche nach Lübeck. Wollte man die begehrte Anstellung als Organist der Marienkirche ergattern, so empfahl sich eine Hochzeit mit der Tochter des Amtsinhabers. So ehelichte auch der etwas über dreißigjährige Dietrich die Tochter von Franz Tunder und wurde so dessen Nachfolger an der Orgel der Marienkirche.

Organist in diesem Lübecker Gotteshaus zu sein, war durchaus etwas Besonderes. Bereits für die Mitte des 17. Jahrhunderts ist dort eine eigentümliche Tradition belegt: die Abendmusiken. Franz Tunder schuf diese Institution kurz nach seinem Amtsantritt 1641.

Buxtehude führte das Kirchenmusikleben zu einer wahren Blüte: er komponierte fleißig, und mit der Zeit entwickelten sich die Abendmusiken zu einer Einrichtung, die weit über die Grenzen der Hansestadt und über den Ostseeraum hinaus Ruhm und Anerkennung fanden

Am 9. Mai 1707 verschied der deutsch-dänische Meister in seiner Wahlheimat Lübeck.

Buxtehude, der zu den Begründern der norddeutschen Orgelschule gehört, war einer der gebildetsten Komponisten seiner Zeit.

Leider existiert nur ein Bild von ihm, welches Sie auf der Deckseite dieser Mappe finden. Buxtehude sitzt in der Bildmitte, mit dem Kopf auf den Arm gestützt.